Erörterung zum Thema "Schüler mit Handys in der Schule"

Autor: 
Daniel Tebs
In letzter Zeit machen wir uns in unserer Schule sehr viel Gedanken darüber, ob es für Schülerinnen und Schüler erlaubt sein sollte, ihr Handy mit in die Schule zu bringen. Die Meinungen darüber gehen auch unter in der Schülerschaft auseinander. Aber vor allem im Hinblick auf die nächste Schulkonferenz, in der unser Schülersprecher das Thema gegenüber den Eltern-, Lehrervertretungen ansprechen möchte, beschäftigt viele von uns die gemeinsame Entscheidungsfindung sehr.
Da viele meiner Mitschüler ohne Weiteres dafür stimmen würden, dass das Mitbringen von Handys erlaubt sein dürfe, habe ich mich einmal bewusst damit auseinandergesetzt, was eigentlich dafür und was dagegen spricht. Die Ergebnisse meiner Überlegungen möchte ich nun auf diesem Wege allen Interessierten mitteilen.
Die zentrale Frage, um die sich alles dreht, lautet: Sollte es den Schülerinnen und Schülern unserer Schule erlaubt sein, ihr Handy mit zur Schule zu bringen - Ja oder Nein?
Ich habe viele Argumente gehört und möchte die, die mir am wichtigsten erscheinen, im Folgenden wiedergeben. Dabei geht es mir vor allem darum, die beiden gegensätzlichsten Positionen und mit ihren verschiedenen Argumente zu erläutern.
Viele meiner Mitschülerinnen und Schüler sehen es als eine Normalität in unserer heutigen Zeit an, ein Handy zu besitzen und zur alltäglichen Kommunikation zu benutzen. Sie behaupten, dass es ihnen nicht schwer fallen würde, auch in der Schule verantwortungsvoll mit ihrem Handy umzugehen, denn ihnen geht es in erster Linie nicht um Spaßanwendungen. In den Unterrichtsstunden würden sie beispielsweise die Handys aus- oder stummgeschaltet haben, damit der Unterricht nicht gestört werde. Das sei selbstverständlich.
Vor allem die Lehrer sind diesbezüglich vollkommen anderer Meinung. Sie meinen, dass es auch bei dieser selbstauferlegten Regel immer wieder zu Verstößen kommen wird. Denn es wäre, so sagen sie, selbstverständlicher, dass Handys, die in den Pausen genutzt würden, auch während der Unterrichtsstunden an blieben. Wenn eine Schülerin beispielsweise in der Pause eine SMS versenden würde, in der sie einer Freundin eine Frage stelle, wäre es fast sicher, dass sie auf die Antwort warten würde - auch dann, wenn der Unterricht bereits begonnen hat. Folglich würde sie das Handy anlassen und immer wieder drauf schauen, um nachzusehen, ob eine Antwort angekommen ist. Außerdem würden viele Schülerinnen und Schüler schlicht vergessen, ihre Handys am Ende der Pause auszuschalten. Ein solches unabsichtliches Vergessen kann aber vielmehr noch zu einer unerwarteten Störung während des Unterrichts führen.
Viele Schüler, besonders in den höheren Klassen, haben schon teurere Handys, die sehr viele Funktionen mitbringen. Sie behaupten, dass man im Unterricht davon sogar profitieren könne, da diese Funktionen auch das Lernen erleichtern oder abwechslungsreicher gestalten. Beispielsweise kann man schnelle Recherchen im Internet durchführen oder moderne Programme nutzen, um Berechnungen oder Simulationen auszuführen.
Aber auch hier sind vor allem unsere Lehrer eher skeptisch und vertreten die Meinung, dass die Mittel, die die Schule zum Lernen zur Verfügung stelle, ausreichen müssten, um abwechslungsreichen und interessanten sowie informativen Unterricht zu gestalten. Sie sehen eher die Gefahr, dass Schüler durch eine Internetnutzung, die von ihrer Seite aus nicht überwacht werden könnte, abgelenkt oder sogar in ihrer Erziehung negativ beeinflusst werden. Als Beispiel nennen sie vor allem das Mobbing in sozialen Netzwerken wie SchülerVZ.
Aber dieses Problem betrifft die wenigsten von uns Schülern. Ein stärkeres Argument für die Nutzungserlaubnis von Handys in der Schule ist im Gegenteil eigentlich unser Bedürfnis nach Sicherheit. Denn Handys können heutzutage z.B. als Diktiergerät oder Videokamera genutzt werden. Auf diese Weise wäre man beispielsweise gerade vor Mobbing besser geschützt. Schließlich könnte man mit einer Handyaufnahme alles beweisen, was im Schulalltag passiert.
Dagegen sagen nur wenige, dass sie gar nicht damit einverstanden wären, wenn sie durch das Handy eines Mitschülers auf Video aufgenommen würden. Sie sehen sich dadurch in ihrer Privatsphäre eingeschränkt und wollen auf keinen Fall, dass Aufnahmen von ihnen im Internet veröffentlicht werden. Dem stimmen so viel ich weiß auch alle Lehrer zu. Besonders das Aufnehmen im Unterricht würden sie strengstens missbilligen.
Zuletzt möchte ich das Argument der Beführworter zur Sprache bringen, dass Handys besonders in dringenden Notfällen sehr nützlich sein können. Auch bei kleineren persönlichen Problemen wie einem verpassten oder stehen gebliebenen Bus und anderen unvorhergesehenen Ereignissen ist es gut, ein Handy dabei zu haben, um die Eltern oder großen Geschwister schnell informieren zu können.
Gegen das Handy als Notfallhilfe spricht eigentlich nur, dass es im Sekretariat ein kostenlos nutzbares Telefon gibt, über das wir unsere Eltern erreichen können. Aber dieses hilft natürlich nicht, sobald wir auf dem Heimweg sind. Glücklicherweise haben wir es noch nicht erleben müssen, dass ein Bus nicht mehr weiterfuhr, aber was wäre, wenn? Wie würden wir dann nach Hause kommen?
Nachdem ich die verschiedenen Seiten zur Thematik betrachtet habe, möchte ich nun meine persönliche Entscheidung mitteilen. Ich bin zwar nicht dagegen, dass es uns Schülern erlaubt sein sollte, ein Handy zur Schule mitzubringen, aber ich sehe auch die Ablenkungsgefahr. Ich würde mich persönlich so einschätzen, dass ich öfter vergessen würde, es vor dem Unterricht auszuschalten, denn in meiner Freizeit ist es mein ständiger Begleiter. Außerdem habe ich festgestellt, dass es auch gut sein kann, für eine gewisse Zeit auf mein Handy zu verzichten. Ich sehe es nicht als Lernhilfe und habe auch etwas dagegen, auf anderen Handys als Bild oder Video abgespeichert und anschließend sogar im Internet veröffentlicht zu werden. Allein die Vorstellung davon lässt mir keine Ruhe. Auf jeden Fall werde ich bei dem Geschrei um die Erlaubnis nicht mitmachen und akzeptiere die Entscheidung der Schulkonferenz, auf die ich aber durchaus gespannt bin.